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Nepal 1999


Am 19.03.99 brach ich zusammen mit meinem Kollegen, Roland Bickel, zu einem sechswöchigen Urlaub nach Asien auf. Wir hatten zunächst vor, uns ca. eine Woche in Bangkok aufzuhalten und dann nach Nepal, zu unserem eigentlich Urlaubsziel, aufzubrechen. Hier wollten wir uns fast 5 Wochen aufhalten, bevor ich dann wieder allein, mit kurzem Zwischenstop wiederum in Bangkok, zurück nach München fliegen würde. Roland wollte im Anschluss noch nach Tibet und anschließend ein paar Tage zum Relaxen auf eine thailändische Insel.

Voller Spannung, was uns denn so erwarten wird, kamen wir dann am 23.03.99 in Kathmandu/Nepal an. Am Flughafen wurden wir von Heinz, einem ehemaligem Chef von mir, erwartet. Heinz hatte bereits alles (Hotel, Inlandsflüge usw.) für uns organisiert und dadurch wurde uns einiges erleichtert. Hier kam uns natürlich die jahrelange Erfahrung von Heinz, der Nepal seit 30 Jahren bereits und Tod und Teufel da kennt, zu gute.

Wir wollten noch zwei Tage in Kathmandu bleiben und die ganzen Formalitäten erledigen (Trekking Permit usw.), bevor wir am 25.03.99 per Flugzeug nach Lukla im Everest-Gebiet aufbrechen wollten. Aber leider kam hier alles anders als man es plant. Der Flug nach Lukla musste zwei Tage lang wegen schlechter Windverhältnisse verschoben werden, so dass wir erst am 27.03. dorthin fliegen konnten. Nach einem atemberaubenden Flug und einer ebensolchen Landung auf dem "Flugplatz" von Lukla (hier wurde uns auch klar, warum die bei schlechten Windverhältnissen nicht landen können) begann dann am Samstag, den 27.03.99 unser 3-wöchiger Trek durch das Everest-Gebiet.

Nachdem wir unseren zweiten Träger (der erste flog mit uns von Kathmandu nach Lukla) in Empfang genommen haben und sich dieser unseren beiden Rucksäcke aufschnallte, während der andere als Guide fungierte und außer seinem eigenen Gepäck nichts trug, marschierten wir los in Richtung Phakding, wo wir die erste Nacht verbrachten. Am nächsten Tag ging's weiter nach Namche Bazar. Die ersten Tage auf über 3000 Meter standen bevor. Wir blieben hier ein paar Tage länger, um uns an die Höhe zu akklimatisieren und machten ein paar Tagesausflüge in die Gegend rund um Namche (nach Thami, zum "Flughafen" Syangboche usw.). Anschließend folgten wir dem Trek über Khumjung (hier steht auch die Hillary School) in Richtung Gokyo. Die Nächte verbrachten wir in schönen Lodges in Dole und Machhermo. Bevor wir dann nach Gokyo und zum Gokyo Ri aufbrechen wollten, machte ich allerdings leichte Bekanntschaft mit der Höhe, d.h. mir wurde ständig schwindlig. Ich beschloß also den Gokyo Ri zu streichen und in Machhermo auf Roland zu warten. 

Der kam dann nach einem Tag, glücklich darüber, das erste Mal über 5000 Meter gewesen zu sein, zurück und wir gingen den Weg zurück, folgten dann aber dem Weg in Richtung Everest Base Camp. Der Trek führte uns über Pangboche nach Pheriche. Hier blieben wir wieder ein paar Tage. Die Höhe hatten wir nun schon besser im Griff, bei einem Test im "Krankenhaus" der Himalaya Rescue Association hatten wir beide eine Sauerstoffsättigung von ca. 90 % im Blut. 

Da in der Zeit, in der wir in Pheriche waren, auch der Everest Marathon statt finden sollte und dementsprechend viel los war, beschlossen wir, den Plan zu ändern und zuerst ins Chukhung-Tal zu gehen und erst danach in Richtung Everest Base Camp. Gesagt, getan und los ging's. Das Chukhung-Tal ist ein herrliches Tal und bietet einem einen phantastischen Ausblich auf Nuptse, Lhotse und Ama Dablam. Schade nur, dass der Everest von hier aus nicht sichtbar ist (die Lhotse-Wand steht dazwischen). Wir "bestiegen"  den Chukhung Ri (der Roland sogar den Chukhung Peak) und genossen die wundervolle Aussicht. Leider wurde ich hier oben abermals krank, dieses Mal zwar nicht an der Höhenkrankheit, sondern ich bekam eine Grippe mit einer leichten Mittelohrentzündung. Dies veranlasste uns, unsere Pläne nochmals zu ändern. Ich ging zurück über Tengboche nach Namche, während Roland zum Kala Pattar und zum Everest Base Camp ging.

Nach fünf Tagen trafen wir uns wieder in Namche (Roland war zusätzlich noch am Chola-La-Pass) und die Tour näherte sich nun langsam ihrem Ende. Nach ein paar Tagen in Namche mit Besuch des Samstag-Marktes wanderten wir zurück bis nach Lukla. Das Gehen fiel uns nun erheblich leichter als am Anfang, ein Zeichen dafür, dass wir uns an die Höhe angepasst hatten. 

In Lukla selbst hatten wir dann noch Glück und konnten einen Tag früher nach Kathmandu zurück fliegen.

In Kathmandu selbst machten wir dann noch Ausflüge in die nähere Umgebung, bevor ich dann am 27.04. zurück nach Bangkok flog. Hier blieb ich noch bis zum 01.05. (leider bei schlechtem Wetter) und dann ging's nach 6 Wochen heimwärts nach München. 

Nach den 6 Wochen war ich dann irgendwie froh, wieder daheim zu sein, aber bereits nachdem ich die wunderschönen Aufnahmen (770 Dias) gesehen hatte, wäre ich am liebsten sofort wieder losgeflogen. Ich bin mir sicher, dass dies nicht der letzte Trek in Nepal für mich war! 


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